Gouache auf Papier, auf festem Karton aufgezogen.
56 × 80 cm
(22 × 31 ½ in.).
Unten mittig im Stein signiert und datiert: Filippo Hackert 179.
Werkverzeichnis: Nordhoff 237.
[3037]
Gerahmt
Privatsammlung, Berlin
Reinhard Wegner: Pompeji in Ansichten Jakob Philipp Hackerts. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte, H. 55, 1992, S. 66–96, Abb. 8
Was kurioses Neues fürs Publikum von Europa – Hackerts Gartenidyll in Pompeji
Hackert zeigt einen Blick von Westen auf die Villa des Diomedes in Pompeji, außerhalb der Stadtmauern am Herkulaner Tor an der Gräberstraße gelegen. Die 1748 begonnenen Ausgrabungen in der antiken Vesuvstadt wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt, die Fundstücke in großen Prachtbänden, den „Antichità di Ercolano esposte“ publiziert. Außenstehenden Künstlern war das Zeichnen streng verboten – sie bestachen die Aufseher, um in Pompeji Zutritt zu finden. Das hatte Hackert nicht nötig. Seit April 1786 erster Hofmaler in Neapel, hatte er jederzeit Zugang zum König; seine Freundschaft mit dem Ausgrabungsleiter in Pompeji, dem Archäologen Francesco La Vega, wird ihr Übriges getan haben. Hackert erhielt die offizielle Erlaubnis, in Pompeji zu malen. Die Sache sollte groß aufgezogen werden: Der Künstler plante einen Zyklus von sechs Ansichten bedeutender pompejanischer Monumente, den sein Bruder Georg Hackert in die Radierung zu übertragen hatte. Im Dezember 1792, so lesen wir in einem Brief vom 4. des Monats an den kurländischen Baron Heinrich von Offenberg, war er eifrig bei der Arbeit: „in Pompejana habe ich Sechs Vues Gemacht, die ich jetz En Gouasches Mahle u die Georg stechen wird, dißes ist was Courioses Neues fürs publicum von Europa.“ 1794 waren die Gouachen, von denen sich zwei heute in der Klassik Stiftung Weimar und eine im Leipziger Museum der bildenden Künste befinden, vollendet; die Fertigstellung der Radierungen zog sich bis 1797 hin. Hackerts Gewissheit, dass sich diese Bildfolge, was „kurioses neues“, beim Publikum der Grand Tour gut verkaufen würde, erinnert an den Geschäftssinn des Künstlers. Doch unabhängig davon war er in erster Linie Landschaftsmaler, und dies macht den besonderen Reiz der sechsten und letzten Gouache des Zyklus, von ihm selbst als „Landhauß“ bezeichnet, aus. Zwischen den antiken Säulen des Innenhofs wachsen zierliche Bäume, niedrige Büsche bedecken in Gartenbeeten den Boden, oberhalb der Umfassungsmauer ranken Reben an Maulbeerbäumen, eine aus der Gegend von Neapel bekannte Praxis. Das Bild liefert eine getreue Dokumentation der antiken Villa – aber es ist auch ein Gartenidyll, in einer Landschaft die, so Goethe in der „Italienischen Reise“ (14. März 1787), „ganz Garten ist“. Vielleicht das Schönste, was man bei einem Spaziergang durch Pompeji finden konnte. Claudia Nordhoff
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